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2010: 75 Jahre Tiroler Tischtennis-Verband

75 Jahre Tiroler Tischtennis-Verband TTTV 1935 - 2010

Die ersten 50 Jahre wurden anlässlich des Jubiläums 50 Jahre Tiroler Tischtennis-Verband (TTTV) ausführlich behandelt. Hier soll auf die Entwicklungen seit 1985 ein-gegangen werden.

Trotzdem ein kurzer Rückblick: die Gründung des TTTV erfolgte am 01.10.1935, aber davor gab es natürlich schon Vereine in Tirol. Z.B. erfolgte am 30.12.1933 die Gründung des Tischtennisklub TIROL, bei dem Walter Kaftan auch bei der Gründungsversammlung war.

Die Erfolgsgeschichte wurde fortgesetzt.

Die Kontinuität in der Führung des Verbandes ist vielleicht einer der Gründe der Erfolge des Verbandes. Stellvertretend für viele, Dr. Hermann Knoll ( +2002 ) durch 20 Jahre Präsident von 1953 -1973, Walter Kaftan ( +1993 ) als Gründungsmitglied Präsident von 1973-1985 und Ing. Enders seit 1975 im Vorstand und Präsident von 1985 bis jetzt. Aber auch im Vorstand gibt es immer eine Mischung von langjährigen Mitgliedern und Newcomern, manchmal wären natürlich auch mehr Newcomer gefragt.

Leider haben uns in den letzten 25 Jahren die letzten Gründungsmitglieder und wesentliche Gestalter der ersten 50 Jahre im Tiroler Tischtennissport verlassen. Die Erinnerung an Ihr vorbildliches Wirken wird uns immer bleiben.

 

Mit großen Anstrengungen wird die gute, harmonische und friedliche Zusammenarbeit der Vereine mit dem Vorstand immer wieder aufrecht erhalten und sichergestellt. Die Berücksichtigung legitimer Vereinsziele konnte weitgehend in Einklang mit den Zielen aller gebracht werden. Nur mit einer gemeinsamen Anstrengung ist eine erfolgreiche Weiterentwicklung und das Erringen von Erfolgen möglich.

In den letzten 25 Jahren mussten bedeutsame Veränderungen gemeistert werden. Immer mehr Sportarten kämpfen um öffentliche Anerkennung. Hier eine bereits erreichte Position zu halten, ist bereits ein großer Erfolg. Eine stürmische Entwicklung bezüglich der Anzahl der Vereine und der Anzahl der Aktiven ist hier nicht mehr möglich.

Der Umfang der Organisation wurde als Basis für eine sportliche Weiterentwicklung ausgebaut. Die dabei auf-getretene Entwicklung, dass von weniger Personen immer mehr geleistet wird, wird für die Zukunft neue Modelle notwendig machen. Der Verband muss in vielen Bereichen heute bereits wie ein Unternehmen geführt werden. Positiv hat sich dabei die langjährige Bereitschaft zur Mitarbeit vieler Mitglieder des Vorstandes ausgewirkt.

Mit der 1985 erfolgten Einführung der Tiroler Tischtennis-Mitteilungen wurde ein großer Schritt Richtung „Informationsgesellschaft“ getan. Am Beginn von Franz Leitgeb ( +1998 ), dann von Horst Martini, Renate Strasser, Paula Enders und aktuell von Mario Unterrainer betreut, stellen die TTTV - Mitteilungen mit derzeit bis zu 28 Ausgaben im Spieljahr das wichtigste Mittel zur Koordinierung des gesamten Verbandsgeschehens dar.

Eintritt in das EDV-Zeitalter, finanzielle und sportliche Basis sichern.

Ein weiterer Meilenstein war in der Saison 1995/1996 die Einführung der Abwicklung der Mannschaftsmeisterschaft mit Hilfe der EDV. Die dafür entwickelte Software wird auch in Salzburg eingesetzt und wird in nächster Zeit in eine größere Lösung münden.

Bereits 1985 wurde begonnen - unter tatkräftiger Mithilfe der jeweiligen Kassiere (Willi Münzer, Heinz Lassnig und wieder Willi Münzer) - die Aufbringung der finanziellen Mittel auf eine breitere Basis zu stellen. Im Einvernehmen mit den Mitgliedern wurde für jede vom Verband erbrachte Leistung auch ein entsprechender Beitrag festgelegt. Nur damit konnten die Auswirkungen der Abnahme der für bisherige Maßnahmen vorgesehenen Förderungen durch die öffentliche Hand und die Sponsorenleistungen der Wirtschaft abgefangen werden.

Sekretariat ein weiterer Meilenstein.

Die Arbeit im organisatorischen Bereich des Verbandes wird zu einem Großteil von ehrenamtlichen Funktionären erbracht. Insgesamt fallen hier bereits ca. 1500 Stunden im Jahr an und die Erfordernisse wachsen jährlich. Nachdem eine Ausweitung der Mitarbeit in größerem Umfang aufgrund der Entwicklung der beruflichen Belastung praktisch nicht mehr möglich ist, wurde wieder im Einvernehmen mit den Vereinen die finanziell schmerzliche Lösung mit der Einrichtung eines Büros und zusätzlich zur ehrenamtlichen Tätigkeit die Anstellung einer Teilzeitkraft gefunden.

Verbandshalle Basisbaustein für Sportbetrieb.

Mit der seitens der Stadt Innsbruck zu günstigen Bedingungen zur Verfügung gestellten Verbandshalle steht eine wichtige Basis für den Sportbetrieb zur Verfügung. Die Sanierung der Halle (2000) und des Vorstandszimmers (2002) hat hier eine bessere Anpassung an heute übliche Anforderungen gebracht. Aus sportlicher Sicht reicht sie für Veranstaltungen auch mit dem darüber liegenden, für Tischtennis adaptierten beiden Turnsälen, aber nicht mehr aus. Die Zukunft wird zeigen, ob der Traum des Ausbaues mit einem dritten Turnsaal samt Büro zu einem Zentrum verwirklicht werden kann.

Einer der Grundsätze der sportlichen Arbeit war immer, eine entsprechende Vertretung bei überregionalen Veranstaltungen sicher zu stellen. Rechte zum Start werden in allen Klassen grundsätzlich wahrgenommen, die Anzahl der Entsendeten richtet sich nach der Stärke. Zu Zeiten, wo der Westen bei den Herren Probleme hatte mit den TT-Hochburgen im Osten mit zuhalten, waren wir Organisatoren der Alpenliga.


Talenteschmiede Leistungszentrum.

Tirol hat immer Nachwuchsarbeit betrieben, natürlich wünscht man sich immer Anstrengungen auf noch breiterer Basis. Erfolge vor allem im Schülerbereich wurden dabei immer wieder erreicht. Nur relativ wenige erbrachten jedoch Spitzenleistungen in der Allgemeinen Klasse. Herausragend dabei Herbert Falkner sowie Heinz-Peter Strele als erster Tiroler im Bundesleistungszentrum Stockerau. Zur Sicherstellung der sportlichen Weiter-entwicklung mussten daher neue Wege gefunden werden. Nach kleineren Versuchen zur Einrichtung eines Tiroler Tischtennis Leistungszentrums (LZ) brachte die mit Hilfe des Landes Tirol im Herbst 1993 erfolgte Einrichtung eines echten LZ einen großen Schritt in Richtung Zukunft. Es wurde damit eine beachtliche Steigerung der Entwicklung des Verbandes eingeleitet. Mit dem aus Ungarn stammenden Diplom Trainer Peter Gardos wurde ein international erfahrener und erfolgreicher Trainer für das LZ gefunden. Am Aufbau wesentlich beteiligt war der erste Koordinator des LZ, Karl-Heinz Staudt. Dann ab 2000 Mag. Gerhard Mader und ab 2007 Heinz Lassnig. Einer der Erfolge der geleisteten Arbeit ist die Anzahl der im Laufe der Zeit in die Kader des Österreichischen Tischtennis Verbandes (ÖTTV) angehörenden Aktiven. Eine Aufzählung ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Robert Gardos, Stefan Leitgeb, Christoph Maier, Christoph Simoner, Martina Petzner, Michaela Rieder, Franziska Wex, (alle TS Innsbruck), Veronika Frisch, Melanie Hartmair, Ines Maier, Eva Maria Obrist, Theresa Raich, Martina Vorauer (alle TTC Kirchbichl), Johannes Mader, Martin Mader, Martin Storf, Philipp Storf (alle SV Reutte), Andrea Haas, Sabrina Koch, Carina Müller, Bianca Permoser (alle TSV Fulpmes), Daniela Moser (SU Kufstein), Julia Hauser (TTC Rum)

Rund elf Jahre werden zur Entwicklung von SpitzenspielerInnen vom Beginn bis zur internationalen Spitze benötigt und viele Stellen müssen ihren Beitrag dazu leisten. Das wichtigste dabei ist neben dem Talent aber das Durchhaltevermögen.

Tirol holt österreichische Meistertitel.

Von diesen Aktiven wurden auch zahlreiche Titel bei Österreichischen Meisterschaften errungen und es erfolgten auch zahlreiche Entsendungen zu Europameisterschaften und vielen internationalen Turnieren. Die Erfolgte drückten sich auch über Spitzenpositionen im Medaillenspiegel der Österreichischen Meisterschaften aus.

Die Entwicklung bei der Teilnahme an den Bundesligen bzw. Staatsligen hat durch das LZ stark zugenommen. Konnten bei den Herren nach der glorreichen Zeit des TSV Fulpmes vor dem LZ teilweise mit gemeinsamer Anstrengung gerade die Teilnahme einer oder zweier Herren-Mannschaften erreicht werden, waren zwischenzeitig bis zu vier Tiroler Mannschaften im Einsatz. Dies ist zuletzt wegen des damit verbunden finanziellen Aufwandes wieder zurückgegangen. Die Spitze bildet aktuell die in der 1. Bundesliga spielende TS Innsbruck mit den Spielern Krisztian Gardos, Christoph Maier und Martin Storf. TS Innsbruck spielt auch in der 2. Bundesliga mit einer zweiten Mannschaft, vor allem wegen des Nachwuchsspielers Stefan Leitgeb.

Ein bisher einmaliges Jubiläum konnte SV Kirchbichl mit Sektionsleiter Siegfried Vorauer (auch langjähriges Vorstandsmitglied) mit 48 Jahren Bundesliga- bzw. Staatsligateilnahme (seit 1962) feiern. Die Teilnahme von Tirol an der 1. und 2. Bundesliga der Damen mit insgesamt bis zu fünf Mannschaften (TI und Kirchbichl 1 bzw. Kirchbichl 2 und Fulpmes 1 bzw. 2 sowie Zirl) ist eines der sichtbare Zeichen der erfolgreichen Aufbauarbeit in Tirol. Aktuell ist in der 1. Bundesliga je eine Mannschaft von Kirchbichl und der SPG Fulpmes/Kufstein.

Die in Innsbruck mit dem Sport – BORG und der Sport - HASCH für Sportler geführten Schulen werden nach Möglichkeit im Zusammenhang mit dem LZ ausgenutzt.

Für Weltklassespieler wie Robert Gardos ist Tirol alleine zu klein geworden, er spielt für Vereine im Ausland. Erfahrungen mit der Nutzung der Trainingsbedingungen der neuen Werner Schlager Akademie in Schwechat für Tiroler müssen erst gewonnen werden. Der Aufbau einer vernünftigen Zusammenarbeit ist auf jeden Fall eine ordentliche Herausforderung.


Großveranstaltungen im Blickpunkt der Medien.

Dem Zug der Zeit entsprechend, kann heute nur mehr mit Großveranstaltungen in der Presse Aufmerksamkeit erregt werden. Solche Veranstaltungen erfordern die Zusammenarbeit bei der Ausrichtung. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit sei hier im nationalen Bereich auf die STM in Innsbruck (1995 und 2010) und Kufstein (2005), die ÖM der Senioren in Kirchbichl (1986) und Kufstein (2002), die ÖM der Junioren in Fulpmes (2000 und 2006), die ÖM der Jugend in Kufstein (2008), die ÖM der Schüler in Reutte (2004) sowie die ÖM der Schulen in Innsbruck (1997) und Hall (2006), weiters das Jugend TOP 12 in Kirchbichl (1997) hingewiesen. Für den internationalen Bereich stehen die Europaligaspiele gegen Bulgarien in Innsbruck (1992), gegen Frankreich in Schwaz (2001) und gegen Griechenland in Hall (2003) sowie das Arge Alp Turnier in Innsbruck (1995) und Telfs (2003).


Glanzlicht im Bereich der Durchführung von Veranstaltungen war das im Mai 2004 gemeinsam mit dem ÖTTV ausgerichtete Final World Olympic Qualifying Tournament. Die Teilnahme von 38 Nationen mit insgesamt 180 Aktiven und Funktionären forderte die rund 50 Tiroler Mitarbeiter voll. Die Berichterstattung im Fernsehen und in der Presse hat das Ansehen des Tischtennissportes in der Tiroler Öffentlichkeit auf eine neue Ebene gehoben.

Für 2011 stehen bereits das zum zweiten mal in Kufstein ausgetragene A-Turnier der Allgemeinen Klasse und die ÖM der Jugend in Telfs auf dem Programm, die Vorarbeiten sind bereits im Gange.

 

TTTV goes online.

Mit der im Sommer 2002 erfolgten Einrichtung einer Homepage des Verbandes wurde der Weg der Präsentation im Internet begonnen. Vieles wurde mit der Homepage bereits erreicht, mit über 400 Zugriffen pro Woche während der Meisterschaftsabwicklung wurde sie im Tischtennisbereich gut angenommen. Mindestens die interne Kommunikation muss komplett sein. Es müssen aber auch noch viele Weiterentwicklungen erfolgen, damit die Wahrnehmung des Tiroler Tischtennissportes in der Öffentlichkeit noch weiter verbessert wird. Die Umstellung der Verbandsmitteilungen auf eine elektronisch verteilbare Form ist im September 2003 erfolgt. Daraus sind bereits finanzielle Erleichterungen entstanden.

Gemeinsam für ein großes Ziel.

Eine Reihe von Aufgaben zur Weiterentwicklung kann nicht in und von Tirol alleine gelöst werden. Tirol arbeitet daher konsequent auch im ÖTTV mit. Bezüglich der Vertiefung der Zusammenarbeit sind noch Anstrengungen notwendig, Tirol ist hier wesentlich beteiligt. Ein gemeinsames optisches Auftreten des Tischtennissportes in Österreich wurde mit den einheitlich aufgebauten Logos erreicht, das nunmehr anlässlich 75 Jahre auch für unsere Sondermarke verwendet wurde. Im Detail sind jedoch noch viele Verbesserungen notwendig.

Lange musste um die Zulassung von Spielgemeinschaften im ÖTTV gekämpft werden. Der Tiroler Tischtennis-Verband betätigte sich hier als Vorreiter und heute sind sie als eine der Formen der Zusammenarbeit und Bündelung von Kräften nicht mehr wegzudenken. Die Entwicklung eines gemeinsamen, den gestiegenen Erfordernissen angepassten Nachwuchskonzeptes sowie einer auf breiter Basis stehenden österreichischen Rangliste sollte schneller vorangehen. Hier sind auch Investitionen im organisatorischen Bereich zur Sicherstellung der sportlichen Entwicklung notwendig.


Ein Highlight war das gemeinsam betriebene Olympiaprojekt Singapure, wo bisherige Grenzen der Zusammenarbeit gesprengt wurden. Mit dem 9. Platz gelang Stefan Leitgeb ein herausragender Erfolg, an dem im Umfeld aber viele beteiligt waren. Ob das längerfristig Auswirkung haben wird, wird sich erst im Laufe der Zeit zeigen.

Ein größeres gemeinsames Projekt mit der ersten Stufe Ergebnisdienst für die Mannschaftsmeisterschaft, ist derzeit im Gange. Auch wenn dieses Projekt im organisatorischen Bereich angesiedelt ist, wird es Auswirkung auf viele sportliche Bereiche haben. Bessere Kontrolle der Entwicklung der Kader, Ranglisten usw. sind nur einige davon.


TTTV Zukunft 2020

Unter diesem Arbeitstitel sollen in der nächsten Zeit etwas außerhalb eingefahrener Geleise in Form von Diskussionen mit Brainstorming neue Wege für eine Fortsetzung der erfolgreichen Arbeit in der Zukunft gefunden werden.

Bei allem Stolz über die erfolgreiche Entwicklung blickt der Tiroler Tischtennis-Verband wie zu sehen ist, auch begierig auf neue Erfolge in die Zukunft. Es werden sicher Anstrengungen unternommen, durch Weiterentwicklung auf allen Ebenen neue Erfolge zu erreichen.